1. Juni 2009 ????? - Kalaj 103km 1450Hm
Unglaubliche Freude, durch diese Natur zu fahren, ein wunder, unbeschreiblich. Der einzige Nachteil: Ich fahre hoch bis 2650mueM. Alles durch enge Taeler, ueber Serpentinen und mit toller Aussicht. Und vor allem, da wegen Bauarbeiten die Zufahrten gesperrt sind, mutterseelenalleine. Der Hammer. Da machen mir auch die diversen unbeluefteten Tunnels (ganz oben 3km) nichts. Ganz oben tatsaechlich noch in einem Schneefeld die sonst schon kalten Fuesse (5Grad, Wind, brrr, gekuehlt.)gekuehlt.
Mit Adresse von gestrigem Ehepaar bei Ihnen gelaeutet, aber nur der Hauskeeper war zu Hause. Hotel in unschoener Stadt
2. Juni 2009 Kalaj- Teheranb 52km
Lockere Fahrt nach Teheran, alles durch Industriegebiete. Dank Karte im Lonely Planet ohen Hilfe Hotel von Leonardo, dem spanischen Velofahrer aus Ankara, gefunden. Unterwegs in Park gekocht und gegessen. In langsamen Internetkafe Bilder hochgeladen. Ach, ich werde langsam zum Verkehrsjunkie: Ich geniesse die Fahrt durch die ueberfuellten Strassen von Teheran so richtig, abenteuer pur.
Abend mit Fernando aus Spanien, den ich in Ankara bereits traf, verbracht. Er lebt laengere Zeit hier in Teheran, weil er zu wenig Dollars mitgenommen hat, und die Ueberweisung von zu Hause dauert.
3.Juni 2009 Ruhetag Teheran
Mit Fernando durch die Stadt gewandert, Bazar (nicht sehenswert) Stadt (auch nicht sehenswert) und Restaurant (mmmh) besucht. Grosse Waesche im kleinen Zimmer. Erholung.
4. Juni 2009 Teheran - 25km nach Garmsar 172km 350Hm
Ausfahrt aus Teheran dank Freitagmorgen verkehrstechnisch gut, aber leider auf Umwegen. Fahrspass, Hitze, Wueste. Toller Tag. Bei kleinem Pausenparkplatz bei einzigen Bauemen weit und breit gecampt. Von Autofahrern mit vielen Fruechten verwoehnt.
5.Jun 2009 25km nach Garmsar- Semnan. 87km 200Hm
Locker nach Semnan gefahren. Um halb zwei bereits da, aber kann nicht weiterfahren, weil ich morgen in der letzten groesseren Stadt mein letzte Tollwutspritze machen lassen muss. Im Stadtpark gezeltet, mittag und Abend gekocht, gechillt.
6. Juni 2009 Semnan-Damaghan 108km 850Hm
Am Morgen Tee beim Parkwaechter, danach fahrt zum Spital. Total nette phillipinische Aerztin konnte englisch, ich musste aber zu anderem Spital. Dort verstand mich niemand, bis ein Deutschsprachiger Patient kam. Letzte Spritze und 5 verschiedene Stempel erhalten. Mittag Abfahrt bei ca. 40 Grad. Wohl letzter 2000er-Pass fuer lange. Oben Wolken, und das mitten in Wueste, wo es ausser einzelnen Dornenbuesche keine Vegatation gibt. Und dann, heftigste Gewitter, kalter Regen, Blitz, Donner und Sturm. Durch mehrere Gewitterfronten eigentlich tolle Abfahrt (40km ohne Kurven immer leicht abwaerts, zum grosse Gaenge genussvoll in Schwung zu halten). Essenspause bei tuerkischen Fernfahrer. Abend bei Regen Hotel bezogen.
7. Juni 2009 Damaghan-Sharhroud 68km 300Hm
Unglaublicher Gegenwind machte mich fertig. 68km mehr oder weniger flach in 7h. Voellig ausgepowert angekommen, Zelt gestellt, gekocht, gegessen und erholt. Im Internetkaffee einladung erhalten, Zelt wieder abgebaut und zu Reza und Frau in Wohnung gewechselt. Abendessen nach Mitternacht, spannende Diskussion.
8. Juni 2009 Sharoud
Morgenessen bei Reza, danach fuhr ich mit ihm zu seiner Englisch Schule, und konnte den Unterricht besuchen. Die haben eine Schulleiterin! Nach ausgiebiger Siesta besuch von Freunden. Am Abend fahrt zu Bauernfamilie ausserhalb von Sharoud, Abendessen am Boden, keine Moebel. Spannend, Soehne uebersetzen. An der Wand ein Bild von der Schweiz....
Andere Kultur: Keine Moebel im Haus, dafuer grosser Raum mit Teppichen, Maenner schlafen im auf dem Boden im Wohnzimmer, auf ausgebreiteten Matten, Frauen, nachdem wir viel gelacht haben, verschwinden. Abendessen um halb zwoelf, bis ein Uhr... gaehn.
9. Juni 2009 Shahrud-Wueste 119km 400Hm
Nach kurzer Nacht (ist hier so ueblich, dafuer ausgepraegte Siesta...) Morgenessen wieder am Boden. Danach Bauernhofbesichtigung und fahrt zurueck in die Stadt. Noch laengere Internetsitzung, bis auch mein Gepaeck wieder alles bei mir war. Um 1 Uhr abgefahren, durchgefahren bis Sonnenuntergang, in der Wueste etwas abseits der Strasse gezeltet, was noch schwierig war bei Sand und heftigem Wind (die Heringe waren fuer einmal zu einfach reinzuschlagen....) In den unglaublichen Sternenhimmel geschaut, Vollmond?
10. Juni 2009 Wueste-Sabzevar 138km 450Hm
Hervorragend geschlafen, aber die Sonne erhitzte meine Zelt gehoerig, bevor ich erwachte. Durch die Wueste, Tankstelle ohne Wasser, dafuer hatte Polizei. Immer noch mehr oder weniger Gegenwind. Zum Glueck hat es Pilgermoscheen, damit unterwegs mal ein Kiost steht, ansonsten sind die Tange mit Gegenwind lange. Tuerkische Lastwagenfahrer nach Afghanistan sind meine Freunde (einen davon hat mich bereits in der Tuerkei gekreuzt)
In wunderschoenem Stadtpark gezeltet. Fein gekocht (Reis mit Trockenfruechten, Ratatouille mit Knoblau-Wienerli)
11. Juni 2009 Sabzevar - Neishabur 112km 500Hm
Irgendwann muss doch der Westen voller Luft sein... Wohin geht auch der tagelange Ostwind???????
Lange, muehsame Fahrt, bin am Verzweifeln: Dieser Wind macht mich kaputt. 100km nichts. Etwa 10km vor der Stadt heftigstes Gewitter, dass mich sogar einmal umblies. Voellig durchnaesst in Hotel. Hoteliers sind gauner, Weltweit. Wollte 25000Riad, als ich wieder einpackte, warens noch 12000....
12. Juni 2009 Neishabur-Mashhad 125km 500Hm
Am Morgen von vier moderenen Rennvelofahrern eingeholt, einer davon aus dem iranischen Nationalteam, sie haben fuer mich 20km Tempo gedorsselt, und ich gefightet, hat Spass gemacht. Gegenwind scheint nicht Zufall zu sein, riesige Windfarm am Strassenrand. Berghoch gings noch einigermassen, bergrunter richtig stuermisch, mit boigem Wind, schwierig zu fahren.
In Mashad im Park gemeinsam mit vielen Einheimischen uebernachtet, auch wenn unsere gewohnheiten recht unterschiedlich sind. Als ich schlafen wollte, stellten die meisten erst zum Nachtessen ihr Zelt...
13. Juni 2009 Mashhad 9km
Puenktlich um 9 bei Turkmenischem Konsulat, doch dies bleibt geschlossen, angeblich computerprobleme. Ein saudischer Lastwagenchauffeur hat erkaempft, dass am Nachmittag nochmals offen ist. Also gemeinsam mit Annelaure und Jerome im Stadtpark gewartet, dann um zwei war die Botschaft offen. Kindergarten: erst schrieb ich zu wenig schoen, dann musste ich das Feld Telefonnummer meines Arbeitgebers unbedingt ausfuellen (Okay, freie Zahlenfolge), dann musste ich meinen 20Dollarschein wechseln lassen, weil sie genau 55 Dollar wollten (obwohl die letzten alle 5-Dollarscheine reichten, konnte er mir keinen zurueckgeben), und immer warten dazwischen. Um fuenf hatte ich endlich mein Visa!!!!! Tatsaechlich! Bei Valli, den ich am Morgen kennenlernte in seinem speziellen Homemade-hotel gemeinsam mit zwei Phillipinninen, einer Chinesin und einer Japanerin untergebracht. Lustiges Hotel, empfehlenswert, freue mich auf die Hausfrauenkost!!!!
14. Juni 2009 Saraks \- ?????? 115km
Am Morgen durch die Stadt gebummelt, als ich in Valis kleines aber herrliches Reich zurueckkehrte (fuer interessierte, ist im Lonely Planet), konne ich da Mundart sprechen. Fredy und Markus (oder so) waren mit dem Toeff hierhergefahren. Mit Ihnen erlebte ich dann am Abend einen unglaublichen Ausflug: Angeleitet von einem Englischlehrer lerneten wir, uns als moslemische Pilger aufzufuehren. Danach marschierten wir gebete murmelnd und Gebetskranz drehend durch die unglaublich Prunkvollen Moscheen, Hoefe und Saele bis hin zum Grab des Imam Reza. Ein unglaubliches Erlebnis, wo man die Spirituelitaet dieses Ortes fuer Mosleme richtig fuehlte.
Bei Diskussionen mit Vali und dem Englischlehrer von den Wahlfaelschungen erfahren. Fuer gebildete Iraner ist es keine Frage, dass die Wahlen gefaelscht sind. So hat zum Beispiel ein Kanditat weniger Stimmen als er eingetragene Wahlhelfer hat, und in Tabriz, wo man wirklich fast keine Ahmadinedschadlakate sah, und alle Gruen trugen, die Farbe Mussawis, soll Ahmadinedschad ueber 60Prozent gemacht haben... Unruhen sind aber noch nicht bis Mashhad vorgedrungen
15. Juni 2009 117km Mashad - Mozavadi
Am Morgen noch einzigen Kontakt zum Internet fuer Mail an den Seetaler genutzt, danach bei Gegenwind (welches Wunder...) Richtung Saraks gefahren. Bei Sonnenuntergang an wunderbarem Ort oben auf dem Pass gecampt.
16. Juni 2009 83km ?????-Saraks
Um sechs aufgestanden, da die Sonne bereits aufs Zelt brannte, um sieben bereits auf dem Rad. Am Mittag in Saraks, in Hotel, im Park geschlafen. Morgen geht mein Abenteuer Turkmenistan los.
17.Juni 2009 112km Saraks -??????
Erst um neun am Zoll, da die Iranische Polizei von Saraks noch eine Kopie meines Passes wollte... was nicht so schnell geht.
Iran kein Problem. Turkmenistan unglaublich. Zwei Stunden... Vom Desinfiszieren der Velopneus bis zur Halskontrolle des Arztes. Und ich wurde, da ich ein USB-Kabel (fuer Internetkaffees) dabei habe. Als sie das sahen, verdaechtigten mich des Computerschmuggels, und durchsuchten mein Gepaeck so genau, dass nicht mal ein Handy unbesehen durchkommen koennte. Danach fahrt gegen heissen Wind westwaerts durch Steppe, da asphaltierte Strassen hier mangelware sind, und wieder 20 km nordostwaerts retour... Bei Landarbeitern uebernachtet.
18. Juni 2009 125km ?????- Mary
Morgen um sechs Uhr abgefahren, bereits heiss. Unglaublich, diese riesigen bewaesserten Felder. Riesiges Bewaesserungskanalsystem, Muecken und Stinkendes Wasser. Um 5 Uhr in Mary, Geld gewechselt (nachdem das wenige an der Grenze gewechselte Geld sehr knapp wurde, da ich mich einmal betruegen liess...) Geld gewechselt und Hotel gesucht, ehemaliger russisches Nobelhotel (dass aber seither keinen Cent Investitionen mehr sah...), mitten im Partyviertel, gleiche Musik wie in unseren Disko, aber schoenes Lokal mit guter Musik und feinem Essen gefunden.
19. Juni 2009 Mary - ????? 136km
Durch die letzten Ortschaften in der Wueste gefahren. Danach einfach durchbeissen bei Hitze. Einige letzte Eisenbahndoerfchen entlang der Bahnstrecke mit Restaurants. Hier moechte ich ja nicht Weichen stellen. In der Wueste gezeltet, unglaublich, soooooo viele Sterne gibt es.
20. Juni 2009 ???? - Turkmenabad 112km
Frueh abgefahren. In kleinem Eisenbahnerdoerfchen Wasser gebunkert fuer die letzten 70km Wueste. In der ersten Lastwagebeiz von Turkmenabad eingekehrt, sofort von tuerkischen Lastwagechauffeuren zum Mitessen eingeladen. Das sind wahre Helden, die tuerkischen Chauffeure. Lassen all diese Behandlungen der verschiedenen Beamte ueber sich ergehen, und fahre auf diesen hundshimmelstraurigen Strasse (keine Farbmarkierungen, keine Strassenpfosten, keine Wegweiser und keine Signalisation). Einer hat fuenf Tage auf einem Schattenlosen Parkplatz in seinem Laster ausgehalten.
Gerade hier pausiert, von Chauffeur, der Deutsch sprach und hier uebernachten musste, dazu ueberzeugt.
21. Juni 2009 Ahmetabad - Otol 121km
Anfahrt zur Grenze (immerhin 60km) abenteuerlich. Durch verwinkelte Straesschen und Ecken ganz ohne Wegweiser und von den vielen Lastwagen ueberforderten Strassen. Aber einfach immer den Spuren der Lastwage nach, und immer wieder Fragen. Bei Abzweigung nach Afghanistan fast falsch gefahren... Grenze fuer einmal kein Problem, aber danach heisser Gegenwind, so dass ich unter einem Baum lange schlief. Danach durchgefahren bis zu Plattfuss. Zelt gestellt. Diese Hitze nagt an meiner Fitness, war am Abend einfach fertig.
22. Juni 2009 Otol - Buchara 68km
Am Morgen Fahrrad geflickt, danach nach Buchara gefahren. Heiss, und so war ich froh, am Mittag da zu sein. Unglaublich schoene Altstadt. Mit Hilfe Franzoesischer Touristen heimeliges einfaches Altstadthotel abseits der teuren Plaetze gefunden. Touristen... unglaublich...
23. Juni 2009 Buchara
Ganzer Tag Buchara genossen, Markt, Citadelle, Moscheen, und einfach die Gassen. Am Abend mit tollem Paar aus Muenchen nacht gegessen.
24. Juni 2009 Buchara - Sultanabad 134km 150Hm
Am Morgen noch gebrochene Schraube beim Schirm- und Veloflicker ersetzt, danach erst gegen Mittag abgefahren. Endlich wieder einmal Berge in Sicht. Am Abend Bauern gefragt, ob ich Zelt stellen kann. Mussten dann unbedingt in seiner Feldliege schlafen, in nach Schafen und Ziegen stinkenden Decken... wenig geschlafen.
25. Juni 2009 Sultanabad - Samarkand 148km 300Hm
Am Morgen bereits um 5.30Uhr abgefahren. Strenger, aber Ereignisloser Fahrtag, gegen 18Uhr in Samarkand. Neben den bedeutenden historischen Monumenten aber eine scheussliche Stadt mit russischen Zweckbauten und vielen breiten Strassen. Englischer Tourguide hat mich in wunderschoenes Guesthouse gebracht.
26. Juni 2009 Samarkand
Am Morgen Klavier entdeckt... Danach zu den Mauseleen. Auf dem Weg zurueck beinahe zusammengebrochen, keine Kraft. Den Rest des Tages im Bett verbracht. Die Mischung aus Hitze, sportlicher Leistung und Klimaanlagen scheint meine Koerper zu stressen.
27. Juni 2009 Samarkand
Es geht mir schon wieder besser, aber vorsichtshalber mache ich nochmals einen Ruhetag. Werde mich ein wenig bewegen.
28. Juni 2009 Samarkand-Zizzarch119km 350Hm
Am Morgen gemuetlich gegessen, dann noch Fotos mit allen neuen Freunden/ Erst gegen Mittag abgefahren, seit langem erste ernsthafte Steigung. Danach 600hm flache Abfahrt bis zum Tagesziel. Fuehle mich noch kraftlos, darum nur gut 6h auf dem Fahrrad, aber es lief. Warum? KEIN GEGENWIND! In riesigem Sowjetschuppen mit unfreundlichem Personal genaechtigt.
29. Juni 2009 Zizzarch - Guliston 105km 50hm
Nacht regelmaessig auf dem WC. Danach erst um zehn Abfahrtbereit. Heimat, Gegenwind ist zurueck. Unspektakulaere Fahrt, kein Power. Bei Polizeikontrolle 45Min aufgehalten. Haben mir Pass abgenommen, weil auf dieser Strecke Fahrradfahren verboten sei. Wollten 50Euro Busse, dann erhalte ich denn Pass. Ich wartete mal ab und kochte neben meinem Velo Kaffee. Nach dreiviertelstunden bekam ich meinen Pass zurueck. Danach bis ende der Kraefte geradelt, in Hotel, weil WC halt schon eine tolle erfindung sind.
30. Juni Guliston - Tashkent 136km 350Hm
Am Morgen relativ locker gefahren, in wunderschoenem Gartenrestaurant Suppe gegessen. Ganzer Tag zwar noch wildes Rumoren im Bauch, aber nie hinter Baum. Trotzdem erschoepft nach Tashkent gekommen. Tashkent eine Ansammlung von riesigen Parks, Strassen, Plaetzen, Grossen Gebaeuden, aber eine Stadt ist nicht zu erkennen, und schon gar nicht eine Stadtkern. Keine Hotels, ausser den Dutzenden 5Stars, zu denen ich von allen Leuten geschickt werde, nachdem ich ein Hotel suche (billig verstehen sie wahrscheinlich auf Englisch nicht) Niemand kennt ein billiges Hotel. Nach drei Stunden Stadtrundfahrt entnervt in 5 Sterneschuppen einquaertiert. Swimmingpool genossen, Deutsche getroffen (800 Deutsche Handwerker, vom Elektriker bis Plattenleger) bauen hier ein neues Hotel, und logieren verteilt in den 5Stars. Nicht schlecht, aber kein gutes Zeichen fuer die Usbekischen Handwerker....